An Wasser mangelte es nicht immer in der Stadt

Roms schöne Brunnen liegen aktuell brach. Selbst der Vatikan hat seine Brunnen abgestellt. In der italienischen Hauptstadt gibt es Überlegungen eines Notfallplans um auf die Trockenperiode zu reagieren. Auch Wasserrationierungen sind im Gespräch. Was würden die Römer für ein bisschen Regen aus Deutschland geben. Grund für die Situation ist aber nicht nur das Wetter sondern auch ins alter gekommene Wasserleitungen.

Aquädukte, eine architektonische Meisterleistung

Ausgerechnet in Rom, wurden doch einst hier die beeindrucktesten Wasserleitungen der Welt gebaut: die Aquädukte – die Bauwerke für den Transport von Wasser in der antiken römischen Stadt. Laut Wikipedia wurden die ersten Bauwerke bereits vor Entstehung des römischen Reiches errichtet.
Die ältesten Aquädukte in der historischen Überlieferung werden Ramses dem Großen, Semiramis und dem König Salomo zugeschrieben. Am bekanntesten sind aber die Aquädukte der Römer, vor allem aufgrund ihrer besonderen Bauwerke. Sie waren in der Antike bereits große Baukünstler und die Ersten, die stabile und überdauernde Aquädukte bauten. Sie wussten wie man Rundbögen, die sogenannten Arkaden entstehen ließ. Ihre Kunstwerke gelten noch heute als architektonische Meisterleistung der Antike.
Aquädukte wurden überall dort errichtet, wo das Wasser von Quellen über Täler geführt werden musste. Auch wirtschaftliche oder militärisch wichtige Punkte spielten für die Standorte eine wichtige Rolle. Dabei war es nicht ungewöhnlich, wenn sie mehrere hundert Kilometer lang gebaut wurden. Herausforderung war, dass das Wasser auch über weite Strecken gleichmäßig geführt werden musste. Für gleichmäßige Geschwindigkeit musste das Gefälle der Rohre und des Baus genau berechnet werden. Der erstaunliche Fakt daran war das begrenzte Wissen der Bauherren zu damaligen Zeit. Sie verfügten noch nicht über das Wissen der Natur des Wasserkreislaufes oder ein umfassendes Wissen der Physik.

Die erste Wasserleitung in Rom, die Aqua Appia wurde 312 v. Chr. erbaut. Weitere Wasserleitungen wurden errichtet. Rom wurde schließlich aus 11 Aquädukten mit einer Gesamtlänge von 400km versorgt. Die Römer waren sehr verschwenderisch im Umgang mit Wasser. Zu Spitzenzeiten versorgten die Wasserleitungen die Stadt mit 992.000 Kubikmeter Wasser. Das entsprach damals ziemlich genau 1000 Liter pro Einwohner. Erklären lässt sich das, weil die Römer nicht nur Trinkwasser sondern auch viel Wasser für ihre riesigen Badehäuser, Thermen, Gärten und öffentliche Brunnen brauchten. Der heutige (Stand 2014) Wasserverbrauch pro Person und Tag liegt in Italien bei 213 Liter (im Vergleich dazu in Deutschland 122 Liter).

Wir wünschen Rom, dass der Wassernotstand, der schon weltweit Schlagzeilen gemacht hat bald ein Ende hat. Der erhoffe Regen wird den Prognosen zur Folge zumindest die nächste Woche noch ausbleiben.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.